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„Der Opernfreund“ zieht Bilanz der Spielzeit – Tops und Flops

„Der Opernfreund“ zieht Bilanz der Spielzeit – Tops und Flops

In der Ausgabe vom 2. August 2026 veröffentlicht die Zeitschrift Der Opernfreund unter dem Titel „Mainz: Tops und Flops – ‚Bilanz der Saison 2025/26‘“ eine persönliche Rückschau auf die vergangene Opernsaison am Staatstheater Mainz. Autor des Beitrags ist Michael Demel, der die Produktionen und künstlerischen Leistungen der Spielzeit aus seiner Sicht bewertet. Die Saisonbilanz von Michael Demel zeigt die große Bandbreite des Mainzer Musiktheaters – von herausragenden Produktionen und bemerkenswerten künstlerischen Leistungen bis hin zu kritisch diskutierten Inszenierungen. Insgesamt unterstreicht der Beitrag die hohe Qualität des Opernensembles am Staatstheater Mainz und bietet einen interessanten Rückblick auf die Spielzeit 2025/26.

Tops

Als beste Produktion der Saison hebt Demel Rossinis La Cenerentola hervor. Besonders gelobt werden die gelungene Verbindung von Märchen und Dramma giocoso, die überzeugende Regie- und Bühnenbildkonzeption sowie das schauspielerisch und musikalisch herausragende Ensemble.

Als Entdeckung des Jahres bezeichnet Demel Breaking the Waves. Die Produktion überzeugte ihn durch ihre emotionale Wirkung, eine eigenständige Bildsprache und die unmittelbar ansprechende musikalische Umsetzung. Als beste Hauptdarstellerin wird Julietta Aleksanyan für ihre eindrucksvolle Interpretation der Bess in Breaking the Waves ausgezeichnet.

Mit Der Chronoplan würdigt der Kritiker eine bemerkenswerte Wiederentdeckung. Trotz des großen Engagements des Staatstheaters in der szenischen und musikalischen Umsetzung sieht er dramaturgische Schwächen sowie einen zu lang geratenen Schlussakt. Sein Fazit: eine interessante Ausgrabung, die sich jedoch nicht für das Standardrepertoire empfiehlt. Besonders lobt der Kritiker Daniel Schliewa für seine Darstellung des Byron. Das höchste Lob erhält jedoch Gabriel Venzago für seine musikalische Leitung, die der Autor als die stärkste Leistung der Produktion hervorhebt.

Auch zahlreiche künstlerische Einzelleistungen finden besondere Anerkennung.  Als Nachwuchssänger des Jahres nennt Demel Tim-Lukas Reuter, der als Papageno mit frischem Bariton und überzeugender Textgestaltung auf sich aufmerksam machte.

Die Auszeichnung für die beste Regie geht an Verena Stoiber, deren Falstaff-Inszenierung mit originellen und humorvollen Einfällen überzeugte. Ebenfalls für Falstaff werden Jonas Dahl und Wiebke Schnapper für das beste Bühnenbild ausgezeichnet. Besonders hervorgehoben wird die effektvoll eingesetzte Fensterfront mit videogenerierter Stadtansicht innerhalb der von Clara Hertel gestalteten Konzernzentrale.

Flops

Zur größten Enttäuschung erklärt der Autor die Inszenierung von Die Dreigroschenoper, die seiner Ansicht nach Brechts Gesellschaftskritik zugunsten einer schrillen und überzeichneten Klamauk-Ästhetik verfehle.