Zum Inhalt springen

Spielplan des Staatstheaters für 2026/27

Spielplan des Staatstheaters für 2026/27

Die Spielzeit 2026/27 am Staatstheater Mainz spannt einen großen Bogen zwischen Klassik und Gegenwart, zwischen politischem Theater, großen Opernstoffen, innovativem Tanz und starken Positionen für junges Publikum. Uraufführungen, deutschsprachige Erstaufführungen und internationale Handschriften prägen ebenso das Programm wie Wiederaufnahmen erfolgreicher Produktionen der vergangenen Jahre.

Musiktheater

Im Musiktheater stehen große Mythen, literarische Vorlagen und zeitgenössische Perspektiven nebeneinander. Richard Wagners „Lohengrin“ eröffnet die Saison im Großen Haus: das romantische Werk um Schuld, Vertrauen und Erlösung zählt zu den zentralen Opern des 19. Jahrhunderts und fordert Chor, Orchester und Solist:innen gleichermaßen.

Mit „In der Strafkolonie“ nach Franz Kafka bringt Philip Glass einen düsteren, minimalistischen Opernstoff auf die Bühne. Die Oper reflektiert Macht, Schuld und Gewalt in einer beklemmenden musikalischen Sprache. Ein weiterer Klassiker folgt mit „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart – das zeitlose Spiel um Verführung, Moral und Verantwortung.

Zeitgenössische Musiktheaterformen vertreten „Antarctica“ von Mary Finsterer und Tom Wright (deutsche Erstaufführung), das sich mit Extremräumen, Klimafragen und menschlicher Grenzerfahrung auseinandersetzt, sowie „Doctor Atomic“ von John Adams, eine Oper über die moralischen Konflikte rund um die Entwicklung der Atombombe.

Mit „Titanic – Das Musical“ hält außerdem das große Broadway-Erzähltheater Einzug ins Große Haus. Die Geschichte des legendären Ozeandampfers verbindet private Schicksale mit historischer Katastrophe.

Zwei Uraufführungen erweitern das Repertoire um neue Stimmen: „Inzwischen …“ von Paul&Paul und „Der Liebhaber meiner Frau“ von Carla Guimarães erkunden zeitgenössische Beziehungs- und Gesellschaftsmodelle in musikalischer Form. Den Abschluss der Opernpremieren bildet Richard Strauss’ „Ariadne auf Naxos“, ein vielschichtiges Werk über Kunst, Liebe und Illusion.

Mit Wiederaufnahmen beliebter Produktionen wie „Die Zauberflöte“, „Falstaff“, „Nabucco“ und „Die Piraten von Penzance“ bleibt das Repertoire breit gefächert – von komischer Oper bis zu großen Verdi-Chören. Auch „Die Schneekönigin“ kehrt als fantasievolles Musiktheater für ein breites Publikum zurück.

Schauspiel

Das Schauspiel setzt 2026/27 starke Akzente mit Klassikern und neuen Texten. Den Auftakt bildet die Uraufführung „Ziemlich letzte Freunde“ von Mark Reisig, ein zeitgenössisches Stück über Freundschaft, Verlust und Lebensentwürfe. Anton Tschechows „Die Möwe“ folgt als präzises Seelendrama über Kunst, Liebe und unerfüllte Hoffnungen.

Mit „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt steht eine der großen Parabeln über Gerechtigkeit, Schuld und Käuflichkeit auf dem Spielplan. Literarische Fantasie entfaltet sich in „Der Zauberer von Oz“, während Liv Strömquists „Im Spiegelsaal“ popkulturelle Analyse, Feminismus und Humor verbindet.

Zeitgenössische Dramatik zeigt sich in „Flauschige Ekstase“ von Rebekka Kricheldorf, „I Think You Should Sit Down“ von Chris Thorpe sowie „Engel in Amerika“ von Tony Kushner – einem der bedeutendsten Theatertexte über Identität, Krankheit und Politik im späten 20. Jahrhundert.

Mit „Peer Gynt“ bringt das Staatstheater einen großen Weltentwurf von Henrik Ibsen auf die Bühne. Weitere Uraufführungen wie „Der Liebhaber meiner Frau“ und neue Texte ergänzen den Spielplan. Den Abschluss der Premieren bildet ein neues Schauspielprojekt im Juni 2027.

Zahlreiche erfolgreiche Produktionen bleiben im Repertoire, darunter „Der zerbrochne Krug“, „Tod eines Handlungsreisenden“, „Das siebte Kreuz“, „Die unendliche Geschichte“ und „Das achte Leben (Für Brilka)“. Zeitgenössische und junge Perspektiven prägen Wiederaufnahmen wie „Fast genial“, „Friendship never ends“ oder „Kannawoniwasein!“.

tanzmainz

tanzmainz präsentiert auch 2026/27 ein internationales, zeitgenössisches Programm. Uraufführungen wie „A Taste for Innocence“ von Frédérick Gravel, „Kurve kratzen“ von Antje Pfundtner sowie „Morning Song“ von Roni Haver und Guy Weizman erforschen Körper, Bewegung und gesellschaftliche Dynamiken. Ein weiteres neues Tanzprojekt im Juni 2027 beschließt die Saison.

Beliebte Produktionen wie „Soul Chain“, „Fall Seven Times“, „Trailer Park“ oder „Susar Rush“ kehren zurück und zeigen die stilistische Bandbreite der Compagnie – von urbanen Einflüssen bis zu hochpräziser zeitgenössischer Formsprache.

Junges Staatstheater (JUST)

Das JUST bleibt ein zentraler Ort für junges Publikum und generationsübergreifende Theatererlebnisse. Wiederaufnahmen wie „Meister Floh“, „Schlagerträume“, „Sophia, der Tod und ich“ oder „Picobello, ahoi!“ sprechen Kinder, Jugendliche und Familien gleichermaßen an und verbinden literarische Vorlagen mit aktuellen Themen.

Festivals & Extras

Ergänzt wird die Spielzeit durch das Theaterfest, das interkulturelle Festival Grenzenlos Kultur, das tanzmainz festival #6, das Theaterfestival Plus&Play für junge Regie sowie die Opernnacht. Die Kakadu Bar bietet darüber hinaus Konzerte, Lesungen und Gesprächsformate.

Premierenübersicht 2026/27

  • 27.08.2026 – Ziemlich letzte Freunde (UA), Schauspiel
  • 05.09.2026 – Die Möwe, Schauspiel
  • 12.09.2026 – Der Besuch der alten Dame, Schauspiel
  • 04.10.2026 – Lohengrin, Oper
  • 29.11.2026 – Titanic – Das Musical, Oper
  • 03.12.2026 – Der Zauberer von Oz, Schauspiel
  • 13.12.2026 – Im Spiegelsaal, Schauspiel
  • 21.11.2026 – Flauschige Ekstase, Schauspiel
  • 17.02.2027 – Kurve kratzen (UA), Tanz
  • 20.03.2027 – Der Liebhaber meiner Frau (UA), Schauspiel
  • 24.03.2027 – Peer Gynt, Schauspiel
  • 16.04.2027 – Antarctica (DE), Oper
  • 30.04.2027 – Don Giovanni, Oper
  • 22.05.2027 – Morning Song (UA), Tanz
  • 12.06.2027 – Doctor Atomic, Oper
  • 23.07.2027 – Ariadne auf Naxos, Oper