Das Staatstheater Mainz baut seine Angebote für Menschen mit Höreinschränkungen immer weiter aus. Die Stiftung Mainzer Theaterkultur, 2003 von den Theaterfreunden Mainz errichtet, unterstützt dabei einen wichtigen nächsten Schritt: die Einführung des modernen Hörstandards Auracast.
Bereits heute hat sich die Hörsituation für schwerhörige Besucherinnen und Besucher deutlich verbessert. Im Kleinen Haus wurde die vorhandene Induktionsschleife technisch optimiert. Zusätzlich stehen zehn mobile Ausleihgeräte zur Verfügung, die Audiosignale direkt an entsprechend ausgestattete Hörgeräte oder Implantate übertragen.
Ein wichtiger nächster Schritt ist Auracast. Der auf Bluetooth LE Audio basierende Standard ermöglicht die direkte Übertragung von Audiosignalen an zahlreiche kompatible Hörgeräte und Empfangsgeräte. Neben dem Bühnenton können perspektivisch auch weitere Audiokanäle, etwa für Übersetzungen oder Audiodeskriptionen, angeboten werden.
Auracast ist eine neue Bluetooth-Funktion auf Grundlage von Bluetooth LE Audio. Sie ermöglicht es, dass ein einziges Sendegerät ein Audiosignal gleichzeitig an eine unbegrenzte Zahl kompatibler Empfangsgeräte überträgt. Das Prinzip ähnelt damit einem Radiosender: Ein Sender stellt das Audiosignal bereit, während beliebig viele geeignete Geräte dieses Signal empfangen können.
Der wesentliche Unterschied zum klassischen Bluetooth besteht darin, dass dieses normalerweise eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zwischen zwei Geräten herstellt. Bei Auracast sendet der Transmitter dagegen das Audiosignal in den Raum, ohne dass er individuell mit jedem einzelnen Zuhörer verbunden sein muss. Kopfhörer, Ohrhörer oder moderne Hörgeräte, die Auracast unterstützen, können das ausgestrahlte Signal empfangen.
Die Einführung dieser zukunftsweisenden Technik am Staatstheater Mainz wird durch die Stiftung Mainzer Theaterkultur finanziell unterstützt. Damit leistet sie einen konkreten Beitrag zum Abbau von Barrieren und zu mehr kultureller Teilhabe.
Denn ein Theater für alle braucht auch Zugänge für alle.
